Perchten
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Häufige Fragen


Nachstehend wollen wir häufig an uns gestellte Fragen beantworten. Wenn Ihnen irgendetwas seltsam erscheint, Sie sich nach dem Sinn mancher Dinge fragen, mailen Sie uns einfach, wir freuen uns, wenn wir Ihnen weiterhelfen können und ein wenig Wissen um altes Brauchtum weiterreichen können. Denn nur durch den Dialog sind wir auch immer wieder gefordert, uns mit unserem Brauchtum auseinanderzusetzen und immer weiter nachzuforschen.


Vertreiben die Perschten den Winter?

Mit der Vertreibung des Winters haben die Perschten eigentlich nichts zu tun, das wird schon durch den Zeitpunkt des Erscheinens deutlich (Winterbeginn ist der 21.12.). Es handelt sich vielmehr um einen Wintersonnwendbrauch, die Erde (Erdgeister) sollen am Tiefpunkt (längsten Nächte) wieder erweckt werden um das Licht wiederzubringen. Das Stampfen in unseren Tänzen soll das Erwecken der Erdgeister versinnbildlichen, die beschwingteren Teile im Tanz sollen symbolisieren, dass es nun wieder aufwärts geht.

Welche Bedeutung hat das Pentagramm beim Tanz der Holzmandl?

Das Pentagramm wird fälschlicherweise oft als "Teufelssymbol" gedeutet, dabei handelt es sich in seiner ursprünglichen Form um eine schützendes Symbol (Fünf gilt als die vollkommene Zahl). In Goethes Faust verfehlt es scheine Schutzwirkung vor dem Teufel, weil das Pentagramm (und damit der Schutzkreis) nicht vollständig geschlossen war! Auf alten Bauernhöfen und Gebrauchsgegenständen war das Pentagramm sehr häufig zu finden.
Warum sind die Kirchseeoner Perschtenmasken so vielfältig?

Durch das Fehlen historischer Vorbilder (der Lauf wurde nach jahrzehntelanger Pause 1954 wieder aufgenommen) waren die Schöpfer der Kirchseeoner Perschtenmasken keinen traditionellen Zwängen unterworfen. Es handelt sich dabei aber keineswegs um reine Fantasiemasken, vielmehr wurde Wert darauf gelegt, Vorbilder in früheren Zeiten zu finden (Masken aus Mysterien, Sagen, Krippen- und Passionsspielen); auch aus mittelalterlichen Schandmasken konnten Anregungen einfließen. Der regionale Bezug muss in den Masken immer herzustellen sein (Wölfe oder Bären dürften früher in dieser Gegend durchaus vorgekommen sein, für ein Krokodil oder ein Elefant fehlt dieser regionale Bezug aber). Da Kirchseeon eine sehr starke Verwurzelung mit dem Wald hat, dürfen die Holzmandl mit ihrer Darstellung als Wald-, Moos- und Naturgeister natürlich nicht fehlen.

Welche Bedeutung hat die Doppelmaske, um die herumgetanzt wird?

Hier handelt es sich um die Frau Percht (Beascht), eine alte Muttergottheit. Sie stellt das Gegensätzliche dar. Frau Percht kann sowohl in einer gütigen, gebenden, schönen Gestalt als auch als böse, strafende, hässliche Gestalt auftreten. Frau Holle im Märchen der Gebrüder Grimm ist keine andere Person als unsere Frau Percht. Sie belohnt die Fleissigen und straft die Faulen.
Aus welchem Holz sind die Masken geschnitzt und wieviel wiegen die Masken?

Die Masken sind fast ausnahmslos aus Lindenholz geschnitzt. Lindenholz eignet sich deshalb besonders gut, da es relativ weich ist und es vor allem nicht anfängt zu stinken.
Je nach Größe wiegen die Masken zwischen 2 kg bis zu 5 kg (Haberngoaß).
Kann man die Perschten für Veranstaltungen "buchen"?

Wir wollen unser Brauchtum in seiner zugehörigen Umgebung präsentieren. Daher versuchen wir weitgehend Weihnachtsmärkte und ähnliche kommerzielle Veranstaltungen zu meiden. Der Zeitraum, in dem die Perschten überhaupt auftreten (Adventszeit bis Heilig Drei König) ist sehr begrenzt und im Prinzip allein durch unsere Auftritte im Gemeindegebiet ausgefüllt. Wenn die Veranstaltung zu dem Brauchtum passt oder aber ein wohltätiger Zweck dahintersteckt (z.B. Auftritt bei den "Sternstunden" des BR im Jahr 1997) kann es schon mal zu einer Ausnahme kommen.
Haben sie weitere Fragen? Dann schreiben sie eine eMail an: webmaster(at)perchten-kirchseeon.de

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